Kommkino e. V. präsentiert, John Waters zum 80.

Pecker

Mi / 07.10.2026 / 21:15 Uhr


„Seit Peckers Mutter, die in Baltimore ein Modegeschäft für Obdachlose betreibt, ihrem Sohn eine Kamera vom Flohmarkt geschenkt hat, gibts für den Jungen kein Halten mehr: Unablässig fotografiert er, was ihm vor die Linse springt: Ratten, die in der Mülltonne übereinander herfallen, lesbische Stripperinnen, die Menschen in seiner Nachbarschaft und mit Vorliebe seine Freundin Shelley, die in einer Wäscherei arbeitet. Als er die unscharfen Schwarzweißfotos im örtlichen Imbissladen ausstellt, ahnt Pecker noch nicht, dass er in Kürze zum Darling der New Yorker Kunstszene avancieren wird. Doch den einfachen Menschen in Baltimore ist die Umarmung durch die schnöselige Kunstschickeria gar nicht recht ...

„Pecker“ ist ein witziger, erfreulicher und sehr unterhaltsamer Film, der nur ein Manko hat: Er ist zu kurz. Die Romanze zwischen Edward Furlong und Christina Ricci hätte ruhig noch etwas länger dauern können als diesen lustigen Quickie in der Wahlzelle (!). Wahrscheinlich der netteste und schönste John-Waters-Film ever. Außerdem gibt's hier eine der letzten Gelegenheiten, Christina Ricci zu sehen, bevor sie von ihren Agenten gezwungen wurde, magersüchtig zu werden und Mainstream-Rollen anzunehmen.“ (Harald Ladstätter/filmtipps.at)

John Waters zum 80.

John Waters wurde am 22. April 1946 in Baltimore als Sohn katholischer Eltern geboren. In der Schule scharte er bereits eine Gruppe um sich, die sein Kunstverständnis teilte: Die „Dreamlanders“, wie sich Cast und Crew fortan nannten, wurden mit John Watersʼ ersten Langfilmen „Multiple Maniacs“, „Pink Flamingos“ und „Female Trouble“ zu Ikonen. Einer seiner Stars war Harris Glenn Milstead, besser bekannt als Divine.

Die Filme von John Waters erlangten große Underground-Berühmtheit und trugen maßgeblich zur Entwicklung des Midnight-Movie-Formats bei. Seine größten Vorbilder waren Rainer Werner Fassbinder, Ingmar Bergman, Herschell Gordon Lewis und William Castle. Abseits des guten Geschmacks kreierte der selbst ernannte „Schmuddelkönig von Hollywood“ Filme, die bewusst das bisherige Kinoverständnis infrage stellten und durch zahlreiche Tabubrüche die Zensur provozierten. Dies gelang ihm stets mit beißendem Humor und einer scharfsinnigen, hintergründigen Inszenierung. Seine Themen haben bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren.


Land: USA
Jahr: 1998
Regie: John Waters
mit: Edward Furlong, Christina Ricci,
Bess Armstrong, Mark Joy, Mink Stole
Länge: 87 Min.
Sprache: Englisch
Sprachformat: Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Kopienformat: 35 mm
FSK: ab 12

Eintritt: 6 €

Kinotickets sind nur an der Abendkasse erhältlich. Eintritt frei mit dem Cineville-Kino-Abo. Weitere Informationen unter www.cineville.de
Königstr. 93
90402 Nürnberg
Icon GebärdenspracheÖffentliche Verkehrsmittel
Icon Gebärdensprachebarrierefreier Zugang
Icon Gebärdensprachebarrierefreies WC
Aufzug. Für jede Vorstellung sind zwei rollstuhlgerechte Plätze eingerichtet. Reservierungen dafür bitte per E-Mail an: filmhaus@stadt.nuernberg.de
Kommkino e.V.
Website
Filmhaus Nürnberg im KunstKulturQuartier
Website
Teilen mit
 Zurück