Summer of body horror – David Cronenberg und die Folgen
2.7. bis 4.8.2026
„Long live the new flesh!“ – „Lang lebe das neue Fleisch!“ Kein Schlachtruf hat das Horrorkino der letzten paar Jahrzehnte nachhaltiger geprägt. Er stammt aus VIDEODROME, einem von vielen Kultfilmen, für die der Ausnahmeregisseur David Cronenberg in den letzten Jahrzehnten verantwortlich war. Das Filmhaus zeigt im Juli eine breite Auswahl aus dem Schaffen Cronenbergs – ergänzt um eine Auswahl von Produktionen aus den letzten Jahren, die auf die eine oder andere Weise an das Werk des Kanadiers anschließen.
Cronenberg war und ist ein Grenzgänger. Seit seinem Durchbruch in den 1970ern mit Bahnhofskino-Schockern wie PARASITEN-MÖRDER und RABID – DER BRÜLLENDE TOD wurden seine Filme stets von den einen als Schund angegriffen und von den anderen als Avantgarde-Kunstwerke gefeiert. Auch wenn der Regisseur sich im Laufe der Jahrzehnte immer neue Genres und Produktionszusammenhänge erschloss, blieb er seinem zentralen Thema bis heute treu: dem menschlichen Körper als Grundbedingung unserer Welterfahrung – und als Experimentierfeld. Das Kino wird bei Cronenberg zu einer Maschine, das die menschliche Evolution über sich selbst hinaus treibt. Dass dabei vor allem das Verhältnis von Biologie und Technik immer wieder in den Blick kommt, verschafft Cronenbergs Kino eine Aktualität, die ihm im Horrorkino, das sich ansonsten oft den Schrecken, die aus der Vergangenheit kommen, widmet, eine Ausnahmestellung sichert.
In den letzten Jahren allerdings hat Cronenberg gleich mehrere potentielle Erben gefunden. Beziehungsweise Erbinnen, denn es ist vor allem eine neue Generation von Regisseur*innen, die mit körperzentrierten Horrorfilmen auf sich aufmerksam macht. Wir präsentieren fünf aktuelle Produktionen, die vielfältige Körperbegriffe mitsamt ihrer teils blutrünstigen Abgründe ausleuchten. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Filmen, in denen das neue Fleisch tradierte Geschlechtergrenzen und -identitäten infrage stellt.
Programm






















