Bewusst arbeitet er im traditionellen Format des Tafelbildes, das ihm zugleich als Experimentierfeld dient, um die Bedingungen und Möglichkeiten der Malerei zu untersuchen. Seine Arbeiten entstehen nach immer wieder neuen, selbst festgelegten Regeln, die den Entstehungsprozess lenken, ohne das Ergebnis vollständig vorzugeben. Kontrolle und Unvorhersehbarkeit, Planung und Zufall greifen ineinander und bilden die Grundlage seiner Praxis.
Bernard Frizes Werk verbindet analytisches Denken mit sinnlicher Präsenz, konzeptuelle Präzision mit malerischer Offenheit. Seine Bilder stellen etablierte Vorstellungen von Autorschaft, Komposition und Originalität infrage, ohne dabei ihre visuelle Kraft zu verlieren. Gerade diese Verbindung von theoretischer Reflexion und ästhetischer Erfahrung verleiht ihm eine eigenständige Position in der zeitgenössischen Malerei.
Die Ausstellung Hallo, mein Name ist Bernard Frize in der Kunsthalle Nürnberg ist keine chronologische Retrospektive. Im Mittelpunkt stehen vielmehr die Beziehungen zwischen einzelnen Werken und Werkgruppen: Arbeiten aus unterschiedlichen Schaffensphasen treten in Dialog und machen Verbindungen, Parallelen und Unterschiede im Œuvre sichtbar. Zu sehen sind zudem Werkreihen, die erstmals in Deutschland präsentiert werden, sowie eigens für die Ausstellung angefertigte Arbeiten.
Die Kunsthalle Nürnberg präsentiert Bernard Frizes Werk als offenes System, in dem sich Methoden und Verfahren stetig weiterentwickeln und neu verknüpfen. Bereits erprobte Verfahren werden aufgegriffen, variiert und kombiniert, sodass ein dichtes Netz von Bezügen entsteht. So gewährt die Ausstellung Einblick in eine Praxis, die Malerei als fortwährende Untersuchung ihrer eigenen Möglichkeiten begreift.