Reisen ist weit mehr als eine moderne Freizeitbeschäftigung. Seit jeher verbindet sich mit dem Aufbruch in die Ferne die Vorstellung von Erkenntnis, Bildung und Selbstverwandlung. Pilger- und Forschungsreisen prägten ebenso wie die im 18. und 19. Jahrhundert verbreitete „Grand Tour“, auf der junge Erwachsene des europäischen Bildungsbürgertums Kunst, Kultur und Geschichte ferner Länder erkundeten, den Blick auf die Welt. Mit Eisenbahn, Dampfschiff und Flugzeug veränderten sich im 19. und 20. Jahrhundert die Bedingungen des Reisens grundlegend. Aus dem Privileg weniger wurde ein Massenphänomen: Der moderne Urlaub etablierte sich als Versprechen auf Erholung, Freiheit und zeitweiliger Befreiung vom Alltag.
On Vacation nimmt die Bilder, Sehnsüchte und kulturellen Vorstellungen in den Blick, die sich mit dem Urlaub und der Ferne verbinden. Postkarten, Souvenirs, Hotelanlagen, Strände und spektakuläre Landschaften haben unsere Vorstellung vom Reisen geprägt. Die Ausstellung versammelt zeitgenössische künstlerische Positionen, die diese vertrauten Motive aufgreifen, verschieben und hinterfragen. Malerei, Fotografie, Skulptur und großformatige Rauminstallationen erzählen von Aufbruch und Ankunft, von Fremdheit und Vertrautheit, von individueller Reiseerfahrung und globalen Bewegungsströmen. Persönliche Erinnerungen treffen auf kollektive Vorstellungen vom Paradies, während zugleich die Widersprüche des zeitgenössischen Tourismus sichtbar werden: standardisierte Ferienwelten, die Folgen globaler Mobilität sowie ökologische, soziale und kulturelle Veränderungen.
On Vacation ist eine atmosphärische Sommerausstellung über die Lust am Aufbruch und die Bilder, die wir von der Welt in uns tragen. Sie fragt danach, was es heute bedeutet, unterwegs zu sein – und wie das Reisen unseren Blick auf die Welt und auf uns selbst verändert.