Heike Baranowsky. Time Traps

25. April bis 16. Juni 2013

Film, Fotografie und Video sind die Medien, mit denen Heike Baranowsky Raum und Zeit thematisiert. Wie nur wenigen zeitgenössischen Künstlerinnen gelingt es der 1966 in Augsburg geborenen Künstlerin, Analytik und Sinnlichkeit so zu verschränken, dass unsere Aufmerksamkeit gefesselt wird von den bewegten Bildern, mit denen sie uns in eine andere Zeit und an einen anderen Ort schickt. Obwohl viele Arbeiten auf den ersten Blick dokumentarisch erscheinen, widerlegen Baranowskys Filme und Videoinstallationen diesen Eindruck, indem sie auf den zweiten Blick ihre Suggestionskraft mittels technischer Manipulationen offenlegen und dabei auch grundlegende formale Bedingungen des Kinos untersuchen. Die Funktionsweisen der Kamera wie Bildausschnitt, Verlangsamung und Zoom, Schleife und Wiederholung im Loop, Spiegelung im Vorwärts- und Rückwärts-Modus oder winzige, zeitliche Versetzungen von Motiven werden selbst zur Struktur der Arbeiten.
Baranowskys Werke erzählen keine langen Geschichten, sondern fokussieren vielmehr ein Bild als Ausgangspunkt, einen Augenblick oder einen Ort, von dem aus sich potentielle Geschichten entfalten können über das Verhältnis von Ereignis, Körper, Medium, Raum und Zeit und deren Wahrnehmung.     

Die Ausstellung Time Traps in der Kunsthalle Nürnberg gab mit 15 repräsentativen Arbeiten aus den letzten 15 Jahren den bislang umfassendsten Einblick in das komplexe Werk von Heike Baranowsky. Einzelne, international längst bekannte Arbeiten wie etwa PASSAGE I (Schiff), 1998, oder Schwimmerin (1:24), 2000, wurden in dieser Präsentation erstmals in den Zusammenhang ihres konsequenten Gesamtwerkes gestellt. Zugleich waren auch jüngere Installationen wie Racetrack, 2010 und die von Heike Baranowsky eigens für unsere Ausstellung in Nürnberg und anschließend im Lentos Kunstmuseum Linz geschaffene, vierteilige Videoinstallation Barometer (III), 2013, zu sehen.
Heike Baranowsky, die ihren Studienabschluss am Royal College of Art in London gemacht hat, lebt in Berlin und Nürnberg, wo sie seit 2009 eine Professur an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg hat.
Zur Ausstellung erschien ein umfangreicher Katalog (deutsch/englisch) im Verlag für moderne Kunst Nürnberg mit rund 80 Abbildungen und Textbeiträgen von Christoph Cox, Joanna Lowry und Jan Verwoert. Die Publikation bietet mit dem von Daniel Schreiber verfassten, kommentierten Werkverzeichnis einen umfassenden Überblick auf Heike Baranowskys Arbeiten und wird gemeinsam von der Kunsthalle Nürnberg und dem LENTOS Kunstmuseum Linz herausgegeben.

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