Romantischer Konzeptualismus

10. Mai bis 15. Juli 2007

Die Ausstellung befragte die Konzeptkunst seit den 1960er Jahren und ihre Ausprägungen über vier Künstlergenerationen bis heute auf ihren romantischen Gehalt. Die Konzept-und Minimal-Kunst der 1960er- und 1970er-Jahre mit ihren Autonomieforderungen und den strengen, auf Objektivierbarkeit zielenden Regeln galt als eher spröde, klar und rational. Sie entwickelte sich international im Zusammenhang mit den gesellschaftlichen und politischen Veränderungen der 1960er Jahre und stand für eine Hinterfragung der medialen, institutionellen und sozialen Bedingungen von Kunst, verbunden mit einem erweiterten Handlungsfeld. Die Gesamtwerke von Künstlern wie Bas Jan Ader oder Rodney Graham und Schlüsselwerke von Robert Barry, Sophie Calle, Lygia Clark, Felix Gonzales-Torres, Susan Hiller, Douglas Huebler oder Yoko Ono belegen, dass dem Konzeptuellen etwas eingeschrieben ist, das als seine Antithese erscheint: das Romantische. Diesen Künstlern ist gemeinsam, dass sie sich auf abstrakte, subtile und formalisierte Weisen mit Attributen der Romantik auseinandersetzen, nämlich Gefühlen der Entfremdung, Einsamkeit, Melancholie oder der Sehnsucht nach Nähe zu Menschen oder zur Natur.
Gastkurator dieses Projektes ist Jörg Heiser, Autor, Kritiker und Co-Herausgeber des Kunstmagazins Frieze. Die Ausstellung wurde als weitere Station in der Generali Foundation in Wien gezeigt. Zur Ausstellung erschien ein umfangreicher Katalog.

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